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DER FOLGENDE TEXT KÖNNTE TRIGGERN!

 

Okay, dann will ich euch doch mal was über mich erzählen...

Mein Name ist Jessica U., ich wurde am 26.2.1988 in Frankfurt geboren... drei Wochen zu früh, die Wehen meiner Mutter ausgelöst hat der Stress, den mein alkoholkranker Vater geschoben hat, weil er irgendetwas suchte... er schickte meine hochschwangere Mutter Leitern hoch und runter, in den Keller...
So begann also mein Leben:
Unter Stress.
Ich war nicht geplant, mein Vater wollte mich garnicht haben, aber meine Mutter war überglücklich, endlich ihre Tochter zu bekommen...
Hätte sie mich doch nur abgetrieben...

Ich kam niemals klar - niemals.
Von Anfang an von zwei älteren Brüdern untergebuttert - vom einen mit Gewalt, vom anderen mit herablassung - entwickelte ich niemals eine sichere, feste Persönlichkeit.
Schön früh schlug ich, wenn ich mich wieder einmal ignoriert fühlte, meinen Kopf gegen die Stäbe meines Bettchens. Kaum hatte ich Zähne, fraß ich meine Fingernägel ab - so schlimm, dass sie sich entzündeten und mir mit 4 Jahren einige entfernt werden mussten.
Als ich Laufen lernte, oft hinfiel und mir Wunden holte, kratzte ich diese immer wieder auf... diese Narben und noch einige mehr habe ich heute immer noch.
Und ich weiß, dass ich mich schon im Kindergarten hässlicher fühlte als die anderen... dümmer, schwächer, alles.
Ich war schon immer unglaublich sensibel - einfach über das, was die anderen sagten, hinwegzuhören, lernte ich niemals, alles griff mich an, bis heute.
Es gibt nichts schlimmeres, als in Kindergarten und Grundschule ein Kind zu sein, das nahe am Wasser gebaut hat... es macht einen zum idealen Opfer.
Die Tatsache, dass ich im Vergleich zu den heutigen Kindern einen riesigen respekt gegenüber Älteren hatte führte dazu, dass ich in der Grundschule von Älteren um mein karges Frühstücksgeld, das ich einmal die Woche bekam, erpresst wurde... ich traute mich nichts zu sagen, sie waren ja die großen, sie hatten automatisch recht.
Das ist etwas, das ich früh lernte: DU BIST SCHULD. ES LIEGT AN DIR.
Ich habe diese Worte so oft gehört... du kommst in der Schule nicht klar? - Deine Schuld.
Du eckst überall an, egal, wo und zu wem du hingehst? - es liegt an dir!
Du fühlst dich hässlich, ungeliebt, wertlos? - DEINE VERFICKTE SCHULD!
Irgendwann schaffte ich es, ein wenig stärker zu werden, mich durchzusetzen... im Kinderhort fürchtete mich dafür jeder, vom kleinsten Kind bis zum Erzieher. Ich schlug, bedrohte, unterdrückte, nicht nur die Kleinen, sondern gerade die Großen. Ich hatte meine eigene kleine Gang...

Gott, manchmal wünsche ich mir, es wäre dabei geblieben, aber leider hatte das Schicksal nur darauf gewartet, mich ins Knie zu ficken...

Als ich 8 Jahre alt war, fuhr ich zum 2. mal mit der Gemeinde ins Zeltlager. Ich habe das geliebt - soviel Natur, soviel, das es zu erkunden galt... ich liebte die Natur!

Doch auf diesem Lager waren zwei Mädchen dabei... die eine meine damals beste Freundin, die andere eine blöde Zicke aus meiner Klasse...

Meine damals beste Freundin war ein unglaubliches Weichei. Sie war praktisch nur am Heulen und ich habe sie ausgelacht.
Damals hatte ich Mäuse, und zwei von ihnen hatten Babies... es war klar, dass ich die natürlich unter meinen Freunden verteilen würde.
Irgendwann bekam Sonja - so hieß sie - einen Brief von ihren Eltern, in dem stand, dass sie die Mäuse nur haben dürfe, wenn sie dafür ihren Wellensittich weggab.
Ich weiß bis heute nicht, wieso sie das getan hat, jedenfalls hat sie verbreitet, ich hätte von ihr verlangt, den Vogel wegzugeben...
Die Leiter hatten mich vorher schon nicht sonderlich gemocht, aber von da an hassten sie mich richtig... ich war immer die Letzte, die drankam, bei allem... manchmal kam ich beim Essen so spät dran, dass ich gerade noch die Schüsseln auskratzen konnte... wenn Lagerkiosk war, schlossen sie immer zufällig dann, wenn ich es endlich geschafft hatte, an die Reihe zu kommen.
Das erste mal in meinem Leben erfuhr ich, was Mobbing wirklich bedeutete.
Aber das war noch nicht das Schlimmste... das sollte noch kommen.

Der letzte Tag, alles gepackt, alle abfahrbereit... eine der Leiterinnen nahm mich plötzlich zur Seite - an ihren Vornamen und ihr Gesicht erinnere ich mich noch heute, sollte ich jemals ihren Nachnamen erfahren, wird sie Besuch von mir bekommen, das schöre ich...
Ich solle ihr ihre 250 DM wiedergeben, am besten sofort und unauffällig.
Ich war völlig verwirrt!
Ich mochte ja viel getan haben, aber ich habe niemals geklaut - NIEMALS!
Ich war 8 Jahre alt und noch der Überzeugung, dass Diebstahl das schlimmste Verbrechen von allen ist... ich beteuerte meine Unschuld, aber sie glaubte mir nicht, sie fing in voller Lautstärke an zu keifen und mich zu bedrohen, es würde Ärger geben, 250 DM seien eine Menge Geld, sie habe davon in den Urlaub fahren wollen...
Ich war völlig konfus, ich kauerte da auf dem Boden und habe geweint, und als ich hochgesehen habe, habe ich diesen Kreis aus Menschen um mich gesehen... etwa 80 Augenpaare starrten mich an... manche neugierig, manche verwirrt, aber die meisten hatten einen Ausdruck in den Augen, der wie die Römer in der Arena den Daumen nach unten hielten...
Die blöde Zicke aus meiner Klasse brüllte, ich habe sie auch schon beklaut, 10 DM habe ich ihr geklaut, sie habe es genau gesehen...
Eine andere Leiterin, die einzige, zu der ich noch einen winzigen Draht gehabt hatte, flehte ich an, mir zu helfen, aber sie drehte sich weg und sagte, das werde sie erst tun, wenn ihr Nasenpiercing wieder auftauchte...

Kein Schwein hat mir geglaubt - das waren viele erwachsene Menschen!!!!!
Da standen 80 Taschen - meine war die einzige, die aus dem Stapel gezerrt und vor aller Augen ausgeleert wurde... unsanft, als sei es eh nur Müll und nicht das Eigentum eines Menschen.
Dann nahmen zwei Leiterinnen mich mit zu den Duschen, wo ich mich ausziehen musste. Sie durchsuchten meine Kleidung und dann ging es endlich zum Bus...
Ich hatte niemals Probleme mit Reisekrankheit - aber auf dieser Fahrt habe ich nur gekotzt. Ich habe geweint. Ich hatte Angst, dass sie es meiner Mutter erzählen und sie mich nicht mehr will, ich dachte, wir kommen in Frankfurt an und da steht schon die Polizei...

Und seitdem bin ich nie wieder in eine Gruppe hineingekommen. Ich bin seitdem weder voll Kritik - noch Konfliktfähig.
Werde ich von mehr als zwei Personen gleichzeitig zur Rede gestellt, muss ich mich vor einer ganzen Gruppe rechtfertigen, klappt irgendwo in meinem Kopf eine schwere Tür zu, ich stehe da, starre auf den Boden und bekomme kein Wort mehr raus... jenachdem, wie gut ich mich unter Kontrolle habe, schaffe ich es vielleicht zu nicken oder den Kopf zu schütteln.

Von da an wurde ich anders... "Mir glaubt eh keiner. Niemals.", dachte ich mir. Also kam eine absolute Scheißegal-Haltung in mir auf. Ich achtete nicht mehr auf das, was ich sagte, schmiss mit Fäkalsprache etc. um mich...

Das kommt auf dem Gymnasium natürlich nicht gut. Natürlich eckte ich wieder an - heftig.
Es dauerte keine zwei Wochen, da fingen die ersten schon an, mich fertig zu machen, nach noch nichtmal zwei Monaten zogen alle, auch die Parallelklassen mit.
Ich war das Standartopfer für alle, ob es irgendwelche dummen Streiche oder Beleidigungen waren.
Ich stumpfte völlig ab. Wusch mich nicht mehr. Aß nicht mehr. Sprach nicht mehr.
Fast ein Jahr lang musste man mich zwingen, damit ich auch nur ein Wort sagte... in der 8. Klasse kam die Skifreizeit, wo sie meinen Ruf und mein Leben endgültig ruinierten...
Ich wollte sterben - mit knapp 13 Jahren. Ich rasierte mir damals die Beine noch nicht, ich hatte andere Dinge im Kopf, aber im Badezimmer lag der Rasierer einer Zimmergenossin... Diesen Rasierer habe ich mir so oft über den Arm gezogen, bis ich umgefallen bin. Ich weiß noch, das letzte, was ich hörte, war das Lied "In the End" von Linkin' Park... Ironie, Ironie...
Ich wachte auf und war enttäuscht, noch zu leben. Ich habe den Rest dieser Freizeit nur noch geweint. Bin auf der Piste gefahren wie ein Henker, immer in der Hoffnung, gegen einen Baum zu knallen, aber das geschah nicht.
Ich ging danach nur noch sporadisch zur Schule. Und als meine Mutter einen Anruf von meiner Lehrerin bekam und sie mich - unter der Androhung von Schlägen - nach den Fehltagen fragte, brach ich völlig zusammen. ich weiß noch, ich lag stundenlang in den Armen meiner Mutter und habe geweint, habe ihr erzählt, was passiert ist, welche Angst ich vor denen habe...
Ich musste nicht mehr hin, es waren ohnehin nur noch ein paar Wochen, dafür musste ich zur Psychologin. Ich hatte das Gefühl, die Glaubt mir eh nicht, also erzählte ich ihr irgendeinen Scheiß, von dem ich dachte, dass sie ihn hören will. Nach zwei Wochen sagte sie mir, ich hätte kein Problem und solle mir lieber ein Hobby suchen.
Sie entließ mich also als geheilt!
Sie entließ mich, die ich da ungewaschen, bei einer Größe von 1,52 auf gerademal ~35 Kilo abgemagerte, stotterndes Nervenbündel saß. Mit zu Narben zerkratzten Armen und Beinen und bis ins Fleisch abgefressenen Fingernägeln...

Ich ging daraufhin zu den Pfadfindern. Und auch, wenn es dort anfangs Schwierigkeiten gab und ich ab und an mit den Leitern aneckte, war das genau das, was ich gebraucht hatte. Gleichaltrige um mich haben, die das gleiche mochten wie ich. Fairness - das erste mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, mehr Wert zugeschrieben zu bekommen, als mir meiner Meinung nach zustand.
Ich nahm wieder zu, wurde zu einer gesunden Jugendlichen. Ich wechselte die Schule. Lernte wieder Sprechen... und eignete mir ein riesengroßes Maul an. Anders - so merkte ich - kam ich auf der Realschule nicht weiter.
Ich begann zu kiffen wie ein Schlot. Ich war nur noch breit. Da war ich 14. Die 8. Klasse, meine 1. Ehrenrunde, brachte ich gut um. In der 9. bekamen wir wegen Personalmangels eine Grundschullehrerin als Klassenlehrerin... die Klasse zählte knapp 30 Leute, die Hälfte von ihnen vorbestraft... Und wir tanzten ihr auf der Nase rum. Ich wurde wieder von den anderen fertiggemacht - und diese blöde Fotze tat nichts.
Also fing ich wieder an zu schwänzen. Fatal...
Sie rief irgendwann meine Mutter an, erzählte ihr, sie habe die Polizei verständigt, etc, etc...

Das war das erste und einzige mal, dass meine Mutter mich schlug. Heftig. Zwei Stunden lang prügelte sie mich durch. Das Ergebnis waren kahle Stellen am Kopf, Beulen, Platzwunden, Blutergüsse, drei lockere Zähne, Rippenprellungen...
Ich habe so geschrieen, habe um Hilfe gerufen und niemand hat mir geholfen.

Am nächsten Tag bin ich in die Schule mehr gekrochen als gegangen, unterwegs habe ich mich wieder völlig zugekifft.

Nur eine Lehrerin sprach mich von sich aus an, meine damalige Englischlehrerin. Sie muss es auch meiner Klassenlehrerin gesagt haben, denn die blöde Butterfutt kam scheinheilig zu mir "Da hätte deine Mutter dich doch nicht gleich hauen (!) müssen!"
Ich habe nur gemeint, es hätte vermieden werden können, wenn sie einfach die Bullen aus dem Spiel gelassen hätte. Und sie meinte, sie habe doch die Polizei garnicht verständigt... so zerstört und gebrochen ich auch war, ich zwang sie regelrecht, meine Mutter anzurufen und ihr das genau so zu erklären.
Damals war ich 16 und hatte meinen ersten Freund... und nur ihm war es zu verdanken, dass ich das Haus überhaupt noch verlassen, ja, dass ich noch irgendetwas machen durfte.

Also wiederholte ich auch die 9. Klasse.
Meine neue 9. war eine Katastrophe - auf den 1. Blick:
36 Leute, davon 33 Ausländer, 28 Vorstrafen von Raub bis versuchten Totschlages. Kein Lehrer hatte diesen Sauhaufen haben wollen - außer Herrn Engel.
Und dieser Mann trug seinen Namen auch zu Recht. Wären alle Lehrer so wie er, dann gäbe es keine Probleme mit Pisa oder sowas wie an der Rütli-Schule...
Er hat aus uns allen innerhalb kürzester zeit "Männer" gemacht. Disziplinierte, denkende Wesen.

Meine beiden letzten Schuljahre waren die besten. Ich war zwar nicht beliebt, aber ich wurde auch nicht mehr gemobbt.
Mit dem drittbesten Abschluss - Durchschnitt 2,0 - verließ ich die Schule und trat mein FSJ in einer Krabbelstube der AWO an.

Manchmal sage ich mir, dass das ein Fehler war, dass ich mich gleich beim Bestatter hätte bewerben sollen - aber dann sage ich mir, dass es eine gute Erfahrung war, soviel Hinterfotzigkeit wie in diesem Laden zu erleben.
Wer denkt, Pädagogen wären nette, verständnisvolle, sanfte, ruhige was-auch-immer Menschen, der irrt sich gewaltig.
Jedenfalls wurde ich in der Krabbelstube auch nur fertig gemacht und gemobbt.

Ich war zu der Zeit schon seit ein paar Monaten mit einem Typen zusammen - ohne mit ihm zusammen zu sein. Ich liebte diesen Kerl abgöttisch - ich war total hörig, hätte alles getan um seine Liebe zu bekommen. Er machte mir immer wieder Hoffnungen - vielleicht werde er mich niemals lieben, aber vielleicht könne sich das auch ändern...
Ich war völlig zerrissen, ich habe mich total aufgeopfert... Ihm kann es eigentlich nur um den einfach zugänglichen Sex gegangen sein.

Jedenfalls schoss er mich nach 8 Monaten ab - mit den Worten: "DU machst mich total fertig!"
Aha - DU BIST SCHULD.
Ich brach völlig zusammen. Wollte sterben.
Saß heulend auf einem dunklen Spielplatz auf einer Bank und habe immer wieder "Nein...nein..." gewimmert, so gehofft, dass er mir vielleicht nachkommt... eine alte Frau fand mich schließlich, setzte sich zu mir und tröstete mich, versuchte es zumindest...

Und zu meiner Überraschung tröstete auch meine Mutter mich.
Ich mache ihr keine Vorwürfe, dass sie ihre Liebe so gut wie nie offen zeigte, zumindest, bis das mit Garrett passierte... auch ihr wurde niemals Liebe ihrer Eltern offen gezeigt.

Es war ein Samstagabend, der 25.11.2006. Ich war 18.

Montag und Dienstag hatte ich Seminar, war also abgelenkt.
Mittwoch, den 29.11. musste ich wieder arbeiten... ich war keine Stunde da drin, da brach ich wieder zusammen, ich saß heulend im Flur, da rief meine Chefin mich ins Büro.
Was mit mir "schon wieder" los sei.
Ich erzählte es ihr... und sie fing an:
Es würde sie garnicht wundern, dass er mich nicht mehr habe haben wollen. Sie hatte es mir eh sagen wollen, und da ich eh gerade in ihrem Büro saß, könne sie das genausogut auch jetzt tun:
Wir wollen dich hier nicht mehr. Wir brauchen dich nicht. Wenn du nicht da bist, arbeiten wir besser als mit dir. Und außerdem wolle sie mich darüber informieren, dass sie sich für meine Zukunft keine große Hoffnung mache und mich schon auf der Straße sitzen sehe, denn niemand wolle "sowas" wie mich haben... Ich solle sofort mein Zeug packen, zum Arzt gehen und mich krankschreiben lassen, bis Ende Dezember, denn dann wäre die Kündigungsfrist um und sie müssten mich nichtmehr sehen.

Ich packte total mechanisch meine Sachen. Ich sagte nichtmalmehr Tschüss, sondern ging einfach. Im Kopf nur einen Gedanken: "Ichwillsterbenichwillsterbenichwillsterben..."

Ich stand am Südbahnhof und wartete auf meine S-Bahn. Ich stand da am Gleis, ganz vorne an der Kante. Und ich dachte: "Spring..."

Und dann - und ich begreife das erst heute: wäre meine Mutter in meinem Liebeskummer nicht für mich dagewesen, hätte ich nie begriffen, dass sie mich liebt und für mich da ist... dann wäre ich einfach gesprungen. Aber dann dachte ich mir: "Nein - noch nicht. Du musst erst mit deiner Mama reden"
Ich kam heim und fing sofort an zu weinen - es grenzte an ein Wunder, dass ich auf der Fahrt nicht geweint hatte. Ich erzählte ihr, was passiert war. Dass ich nur noch, bitte, bitte, sterben wolle. Sie beruhigte mich, sie nahm mich in die Arme, sie streichelte mich... das hatte sie niemals vorher getan, niemals auf diese Art.
Und dann sagte sie die Worte, auf die ich mein ganzes Leben lang gewartet hatte:
"ES IST NICHT DEINE SCHULD"
Mit diesen 5 Worten nahm sie die Last von fast 19 Jahren von mir.
Nicht die des Augenblickes - aber das meiste.
Ich ging zum Arzt. Er stellte mir eine Krankmeldung aus und verschaffte mir einen Notfalltermin beim Psychiater. Auf dem Heimweg kaufte ich mir Farbe und färbte meine Haare pechschwarz.

Freitags - am 1.12.2008 - ging ich zum Psychiater. Die Frau war sehr nett, aber dafür werden sie ja auch bezahlt... sie empfahl mir eine Krisenintervention. Die hätte allerdings eine Wartezeit von 6 Wochen. Als ich ihr sagte, dass ich diese 6 Wochen wohl kaum überleben würde, einigte ich mich mit ihr darauf, mich erstmal einweisen zu lassen.
Am gleichen Tag noch ging ich also in die Psychiatrie.
Ich blieb eine Woche da, dann war ich wieder stabil genug, um nach Hause zu gehen... diese Woche hatte mir gutgetan.

Aber geheilt hatte sie mich nicht.

Am 15.1.2007 fing ich mein Praktikum beim Bestatter an. Ich habe hart darum gekämpft und mich umsomehr gefreut, dass ich übernommen wurde.
ENDLICH tat ich das, was ich tun wollte, das, was mir Spaß brachte - meine Berufung!

Aber... wie hätte es auch anders kommen sollen, natürlich eckte ich bald wieder an, zuerst in der Berufsschule, mittlerweile auch in der Firma.

Ich verspreche euch, wenn ihr es hören wollt, werde ich euch auch vom vergangenen Jahr und vor allem von den Vergangenen Monaten erzählen - aber lasst mir bitte etwas Zeit damit... da gibt es Wunden, die einfach noch zu frisch sind.

So... Jetzt kennt ihr mein persönliches Drama.
Und leider ist jedes Wort wahr.

17.4.09 20:15
 


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